August Horch - Pionier des Automobilbaus

August Horch - Pionier des Automobilbaus, genialer Ingenieur oder Industrieller?

Wie verbindet sich der Name August Horch mit dem Beruflichen Schulzentrum für Technik in Zwickau? Wer war dieser August Horch, dessen beruflicher Werdegang als Schmied begann?

August Horch wurde am 12.Oktober 1868 in Winningen an der Mosel geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Berufsausbildung und bestand erfolgreich die Gesellenprüfung als Schmied. Jahre der Wanderschaft führten ihn nach Stationen in Deutschland auch nach Österreich - Ungarn, Serbien und nach Bulgarien. Der erste Kontakt nach Sachsen entstand durch seine Ausbildung zum Ingenieur für Maschinen - und Motorenbau am Technikum Mittweida. Im Herbst des Jahres 1891 absolvierte August Horch diese Ausbildung mit gutem Erfolg. Das Thema der Abschlussarbeit war überschrieben mit der "Konstruktion einer Zwillingskolbendampfmaschine".

Konnte der unruhige Geselle Horch hier frühzeitig seine Neigungen als Konstrukteur erahnen? Erste berufliche Erfahrungen sammelte der junge Ingenieur Horch im Schiffsbau. Das erste Motorrad der Firma "Hildebrand & Wolfmüller" im Jahre 1896 sollte das Berufsleben von A. Horch grundsätzlich verändern. Erste Kontakte zu den Firmen "Benz" und "Daimler" sollten den Wissensdurst vorübergehend stillen. Nicht von ungefähr folgte im Juni 1896 die Einstellung bei der Firma "Benz & Co." als Assistent des Betriebsleiters im Gasmotorenbau. Neben einer kreativen Entwicklungsphase gemeinsam mit Carl Benz, nunmehr als Leiter der Motorenwagenfertigung, war es an der Zeit eigene unternehmerische Wege zu gehen. Im November 1899 gründete A. Horch in Köln - Ehrenfeld seine erste Firma "August Horch & Cie". Erfolgreiche und kreative Jahre prägten diese Zeit. Der damalige "Phaeton" der Firma "Horch & Cie." mit 4 Sitzplätzen verfügte über 5 - 10 PS und kostete zwischen 4100,00 und 4700,00 Mark. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, trotz neuer Entwicklungen, zwangen den Unternehmer A. Horch zu einem Umzug der Firma nach Reichenbach/Vogtland. In diese Zeit um 1902 fällt auch der Bau des ersten vierzylindrigen Motors für eine neue Generation von Horch - Modellen. Schwierigkeiten bei der Suche nach weiteren Fabrikationsgebäuden in Reichenbach zwangen A. Horch im Jahre 1904 nach Zwickau auszuweichen. Gleichzeitig wurde die bisherige Firma in eine Aktiengesellschaft gewandelt. Ein technisch einzigartiges Niveau der Entwicklungen bestätigte die im gleichen Jahr stattgefundene Zuverlässigkeitsfahrt von Berlin nach Leipzig und zurück.


Im Jahre 1907 entstand der erste Sechszylindermotor auf dem gleichen Konstruktionsprinzip wie der Vierzylindermotor aus dem Jahre 1902. Die Hinwendung von A. Horch zur Entwicklung von Sportwagen führte in den Folgejahren zu Zerwürfnissen mit dem Aufsichtsrat, in deren Ergebnis im Juli 1909 der Technische Direktor der "Horch - Werke AG", A. Horch, entlassen wurde. Was allerdings wäre A. Horch ohne seine Ausdauer und seine Visionen ?


Unmittelbar nach seiner Kündigung war klar, dass in Zwickau weiter Autos unter dem Namen Horch gebaut werden müssen. Auch der Verlust der Namensrechte ließ den Erfinder und Unternehmer nicht entmutigen. Aus "Horch" wurde das lateinische "Audi" und die "Audi Automobilwerke" konnten begründet werden. Sportliche Erfolge führten ebenso zu einer guten Auftragslage wie auch der gute Ruf von A. Horch, der immer für Präzisionsarbeit und peinliche Kontrolle der Fertigung eintrat. In den Kriegsjahren seit 1914 musste sich A. Horch auch Projekten zuwenden, die den Konstrukteur und Unternehmer bisher nicht beschäftigen mussten. Im Sommer 1920 trat A. Horch aus dem Vorstand aus und wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Zeitgleich fand auch seine Übersiedlung nach Berlin statt, die damit seine Zwickauer Tätigkeit beendete.
"In Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um Entwicklung, Konstruktion und Fabrikation des deutschen Kraftwagens" verleiht ihm im Jahre 1920 die Technische Hochschule Braunschweig das Diplom eines Doktor honoris causa. In den Folgejahren übernahm A. Horch eine Vielzahl ehrenamtlicher Tätigkeiten. Ebenso engagierte sich A. Horch als Aufsichtsrat der "Audi AG". Spätestens 1925 versuchte er mit weiteren Honoren des deutschen Automobilbaus den drohenden Firmenbankrott abzuwenden.
Die Weltwirtschaftskrise 1932 ging auch an der "Audi AG" in Zwickau nicht spurlos vorüber. Die "Audi - Werke AG" fusionieren mit den "Zschopauer Motorenwerken" und der "Automobilabteilung der Wanderer - Werke" zur "Auto - Union Sächsischer Motorfahrzeugfabriken". Die vier ineinander verschlungenen Ringe werden zum Markenzeichen. A. Horch wird 1932 in den Aufsichtsrat der "Auto - Union" gewählt. Schaffensreich wie in seinem ganzen Leben publiziert A. Horch 1937, ausgehend von seinen Tagebuchaufzeichnungen, seine Autobiographie "ICH BAUTE AUTOS". Auch die Stadt Zwickau würdigte den verdienstvollen Autopionier. Ein Jahr nach seinem 70. Geburtstag wurde A. Horch am 19. Februar 1939 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Zwickau zuerkannt. Die Geburtsstadt von A. Horch, Winningen, sollte 1949 gleiches nachvollziehen. Seine Teilnahme an der Gründungsveranstaltung der neuen "Auto Union" im September 1949 in Ingolstadt war für den Automobilpionier A. Horch eine Selbstverständlichkeit.
Am 03.Februar 1951 verstarb A. Horch in Münchberg.

Quelle:
August Horch - Pionier der Kraftfahrt, August Horch Museum Zwickau

Zu Ehren von August Horch hat unser BSZ eine von Schülern gestaltete "August Horch-Ecke". Seht selbst: