Lehrer an der Berufsschule werden

Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer leisten einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Bildung: Sie begleiten Auszubildende auf dem Weg in den Beruf, vermitteln Fachwissen, unterstützen Persönlichkeitsentwicklung und arbeiten eng mit Ausbildungsbetrieben zusammen. In Sachsen gibt es mehrere attraktive Wege, um Lehrkraft an berufsbildenden Schulen zu werden – vom klassischen Lehramtsstudium bis hin zum Seiteneinstieg.

Der klassische Weg: Lehramtsstudium – Referendariat – Schuldienst

Der reguläre Ausbildungsweg gliedert sich in drei Phasen:

1. Studium (Erste Phase)
Voraussetzung ist die Hochschulzugangsberechtigung. Das Studium führt zur Ersten Staatsprüfung und beinhaltet drei zentrale Bereiche:
- Bildungswissenschaften (Pädagogik, Psychologie, Didaktik)
- eine berufliche Fachrichtung (z. B. Metall- und Maschinentechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Holztechnik, Bautechnik u. a.)
- ein weiteres Fach bzw. eine zweite Fachrichtung
Zum Studium gehören außerdem mehrere schulpraktische Ausbildungsabschnitte (Hospitationen, Schulpraktika, Unterrichtsversuche).

Berufspraktikum / Berufsausbildung
Für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung ist ein mindestens zwölfmonatiges berufsfeldbezogenes Praktikum oder eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung nachzuweisen. Dieses Praktikum ist Voraussetzung für den Studienabschluss, aber nicht zwingend für den Studienbeginn.

Die erste Phase der Ausbildung wird mit der ersten Staatsprüfung abgeschlossen.

2. Vorbereitungsdienst (Zweite Phase)
Nach dem Studium folgt der Vorbereitungsdienst (Referendariat). In Sachsen dauert er in der Regel 18 Monate und endet mit der Zweiten Staatsprüfung. Damit wird die volle Lehrbefähigung erworben.

3. Einstellung in den Schuldienst (Dritte Phase)
Nach der Zweiten Staatsprüfung erfolgt die Bewerbung auf Stellen im sächsischen Schuldienst. Einstellungszeitpunkte sind in der Regel zum 1. Februar und 1. August eines Jahres.

Alternative Wege: Lehramt studieren mit Praxisbezug oder Seiteneinstieg

Neben dem klassischen Lehramtsstudium bietet Sachsen verschiedene praxisorientierte Studienoptionen, die insbesondere für technische Fachrichtungen interessant sind:

- TechLA – Technisches Lehramt an berufsbildenden Schulen
Das reguläre Lehramtsstudium mit zwei Fachrichtungen bzw. Fachkombinationen und umfangreichen Praxisanteilen.

- TechLA+ – Lehramtsstudium mit integrierter Berufsausbildung
Diese Option richtet sich besonders an Abiturientinnen und Abiturienten ohne Berufserfahrung.
Statt eines selbstorganisierten 12-Monats-Praktikums wird eine strukturierte, integrierte einjährige Berufsausbildung absolviert. Optional kann eine Facharbeiterprüfung abgelegt werden. Dadurch verlängert sich die Regelstudienzeit automatisch um ein Jahr.

- IngPäd+ – Studienstart Lehramt in der Region
Hier erfolgt zunächst ein Bachelorstudium (z. B. an der Hochschule Mittweida oder der Westsächsischen Hochschule Zwickau), bevor der Übergang ins Lehramtsstudium an der TU Dresden erfolgt. Die Studienleistungen werden angerechnet und durch individuelle Studienpläne begleitet.

- Seiteneinstieg: Berufserfahrene und Akademiker im Schuldienst
Neben dem grundständigen Lehramtsstudium gibt es auch Möglichkeiten für den Seiteneinstieg – insbesondere für Menschen mit abgeschlossener beruflicher oder akademischer Ausbildung. Wer einen Bachelor- oder Masterabschluss (oder gleichwertigen Diplomabschluss) besitzt, kann unter bestimmten Voraussetzungen als Seiteneinsteigerin bzw. Seiteneinsteiger in den Schuldienst aufgenommen werden. Aber: ein reines Fachstudium ersetzt nicht automatisch eine vollständige Lehramtsausbildung. Pädagogische und didaktische Ausbildungsbestandteile fehlen häufig (z. B. Bildungswissenschaften, Didaktik, schulpraktische Studien). Hier wird über die Eignung und den weiteren Verlauf individuell entschieden. Lassen Sie sich bitte von uns beraten.

- SchulAQ – Duale Lehramtsoption für Berufserfahrene
Eine besonders interessante Möglichkeit ist das Programm SchulAQ, das sich gezielt an Meisterinnen und Meister, Technikerinnen und Techniker, Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen richtet.

Dabei wird aufbauendes Studium und Schulpraxis kombiniert:
- 3 Tage pro Woche Studium an der TU Dresden
- 2 Tage pro Woche Einsatz an einer Schule
- Beschäftigung als „Schulassistent:in in Qualifizierung“ (TV-L E6)
- Studiendauer: 8 bis 12 Semester (Anrechnung möglich)
- Abschluss: Erste Staatsprüfung

Das Modell bietet einen direkten Einblick in den Schulalltag und ermöglicht gleichzeitig eine gezielte Qualifizierung zur Lehrkraft. Nach dem Bestehen der ersten Staatsprüfung kann der Vorbereitungsdienst absolviert werden.

Bewerbung und Einstieg in Sachsen
Die Bewerbung für den Schuldienst erfolgt über das offizielle Bewerbungsportal des Freistaates Sachsen. Die Einstellungstermine liegen meist zum 1. Februar und 1. August. Je nach Bedarf erfolgt die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung.

Fazit: Viele Wege führen ins Berufsschullehramt
Ob direkt nach dem Abitur, nach einer Berufsausbildung oder nach Jahren im Betrieb – Sachsen bietet vielfältige Wege, um Berufsschullehrerin oder Berufsschullehrer zu werden. Besonders in den technischen Fachrichtungen werden engagierte Fachkräfte gesucht, die junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf begleiten möchten.

Wer Interesse an einem Einstieg hat, kann sich über die Studienmodelle (TechLA, TechLA+, IngPäd+) oder über berufsbegleitende Wege wie SchulAQ informieren – und damit aktiv zur Zukunft der beruflichen Bildung beitragen. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin. Bitte verwenden Sie unsere Kontaktdaten

In dieser Broschüre finden Sie alles Wissenswerte auf einen Blick.